Pfalzenarbeitskreis Sachsen-Anhalt

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Der Forschungsgegenstand: Die Königspfalzenlandschaft Sachsen-Anhalt

Das mittelalterliche Sachsen bildete im 10. Jahrhundert die zentrale Königslandschaft des mittelalterlichen Reiches.


Karte Königspfalzen

Das mittelalterliche ‚Sachsen‘ bestand aus dem heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt
sowie aus Teilen des heutigen Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.


Die aus dem Hause der Liudolfinger-Ottonen stammenden Könige Heinrich I. (919-936), Otto I. (936-973), Otto II. (973-983) und Otto III. (983-1002) waren Reisekönige, das heißt, sie übten ihre Herrschaft in beständigem Umritt durch das Reich aus. Dabei dienten ihnen Pfalzen (lat. palatium) als Aufenthaltsorte. Von diesen Pfalzen aus wurde die Versorgung des Königshofes geregelt, wurden Abgaben eingetrieben, Recht gesprochen und die Verteidigung des Landes gegen äußere Feinde organisiert. 

Der größte Teil der damals in Sachsen geschaffenen Pfalzen befindet sich auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt, vornehmlich rund um den Harz. Hier bestand zum Zeitpunkt von Ottos Tod am 7. Mai 973 ein dichtes Netz von Königspfalzen sowie neu gegründeten königlichen und adeligen Klöstern und Stiften, das seitens der Forschung als „ostsächsische Königs- und Sakrallandschaft“ bezeichnet wird. Hier lag zugleich der Schwerpunkt von Ottos Aufenthalten im Reich nördlich der Alpen. 

Auf dem Boden Sachsen-Anhalts existiert somit eine bis heute einzigartige europäische Kulturlandschaft, deren Hinterlassenschaften an zahlreichen, heute bisweilen abgelegenen Orten besichtigt werden können, die jedoch noch einer intensiven wissenschaftlichen Erforschung bedarf, zugleich aber auch ein bislang ungenutztes Potential für das Land besitzt.

Der Pfalzenarbeitskreis: Geschichte, Aufgaben und Ziele 

Die wissenschaftliche Erforschung der Königspfalzen in Sachsen-Anhalt steht noch weitgehend am Anfang, insbesondere mangelt es an einer Bündelung der bisherigen Forschungsbemühungen. 

Aus diesem Grund hat sich am 15. März 2012 in Magdeburg der Pfalzenarbeitskreis Sachsen-Anhalt gegründet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Wissenschaftlern (Archäologen, Historikern, [Boden-]Denkmalpflegern) sowie ehrenamtlich tätigen Bodendenkmalpflegern und Geschichtsinteressierten. Ziel der gemeinsamen Treffen und Workshops ist es, das bislang verstreute Wissen und die nicht koordinierte Beschäftigung mit den Königspfalzen auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt zu bündeln, miteinander ins Gespräch zu kommen, erste Ergebnisse an eine breitere Öffentlichkeit zu vermitteln und dadurch den Boden für eine künftige systematische Erforschung der Königspfalzen zu bereiten. 

Langfristiges Ziel ist es

  • den bislang ausstehenden Band ‚Sachsen-Anhalt’ für das Repertorium der deutschen Königspfalzen (www.koenigspfalzen.mpg.de) zu erstellen.

Kurz- und mittelfristig wird angestrebt

  • ein Konzept für die touristische Erschließung und Vermarktung der Königspfalzen zu erstellen,

um damit

  • die historische Identität des Landes Sachsen-Anhalt zu stärken,
  • die touristische Attraktivität Sachsen-Anhalts zu erweitern und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Kooperationspartner

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Prof. Dr. Caspar Ehlers, Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main. (wichtigster Kooperationspartner. Zu den weiteren vgl. unsere Homepage)

 

Hier finden Sie eine Übersicht über die Veranstaltungen und Publikationen des Pfalzenarbeitskreises.

 

 

Letzte Änderung: 24.02.2019 - Ansprechpartner: Prof. Dr. Stephan Freund