Machbarkeitsstudie zur Erfassung und touristischen Erschließung der Königs- und Kaiserpfalzen im Landkreis Harz

Die häufig gebrauchte Formulierung, Sachsen-Anhalt, eine Kernlandschaft deutscher Geschichte, findet unter anderem ihre Rechtfertigung in der Bedeutung, welche diese Region im Zuge der mittelalterlichen Herrschafts- und Reichspolitik unter den Ottonen eingenommen hat. Im 10. und beginnenden 11. Jh. entstand genau hier, in weiten Teilen der im heutigen Bundesland vereinten Gebiete, eine Schaltzentrale ottonischer Herrschaft, die die Grundlage für das spätere Heilige Römische Reich und damit für einen herausragenden Teil unserer eigenen Geschichte bildete.

Zahlreiche Königspfalzen, also Aufenthaltsorten mittelalterlicher Herrscher, gruppieren sich um den Harz und sind insbesondere im Landkreis Harz anzutreffen. Königspfalzen fungierten als Orte herrschaftlicher Macht, militärischer Präsenz und wirtschaftlicher Produktion, was sie zu einer wichtigen Säule im System der mittelalterlichen Herrschaftsorganisation machte. Der Pfalzenarbeitskreis Sachsen-Anhalt betreibt seit 2012 die systematische wissenschaftliche Erforschung sowie die öffentliche Vermittlung des Themas Pfalzenlandschaft Sachsen-Anhalt.

In diesem Zusammenhang wird seit November 2016 (bis November 2017) am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eine Machbarkeitsstudie angefertigt, welche die Erfassung und touristischen Erschließung der Königs- und Kaiserpfalzen im Landkreis Harz auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt zum Gegenstand hat. Finanziert und gefördert wird das Vorhaben durch den Landkreis Harz sowie die Investitionsbank Sachsen-Anhalt im Rahmen des Regio-Programms. Gegenstand der Machbarkeitsstudie ist zum einen die umfangreiche Erfassung aller schriftlichen und bildlichen Dokumentationen zu den Pfalzstandorten Ilsenburg, Derenburg, Halberstadt, Quedlinburg, Gernrode und Siptenfelde und deren Ergänzung durch neue geografische Einmessungen und Fotodokumentationen. Zum anderen sollen Vorschläge und konkrete Konzepte zur (kultur-)touristischen Vermarktung der historischen Pfalzenlandschaft des Harzes formuliert werden, um identitätsbildende, geschichtsbewusstseinsbefördernde und letztlich auch für die Region und das Bundesland werbende Effekte zu begünstigen.

Letzte Änderung: 24.02.2019 - Ansprechpartner: Prof. Dr. Stephan Freund